Rückrufaktionen

Heute schreibe ich mal über ein Thema, dass mal ausnahmsweise nichts mit Party, Veranstaltungen, Hochwasser, oder Karneval zu tun hat, aber uns alle mehr oder weniger betreffen kann.

Es vergeht nicht ein Tag an dem uns nicht irgendwie eine Meldung erreicht, dass ein Lebensmittel Hersteller ein Produkt aus dem Verkauf der die Supermärkte und Discounter nimmt. Die Profitgier zählt und der Verbraucher bleibt scheinbar auf der Strecke.

Ist das wirklich so?

Nein, natürlich nicht. Gerade die Hersteller für große Lebensmittel Ketten, wie Edeka, Aldi, Netto und andere sind natürlich bestrebt, dass die Produkte in einwandfreiem Zustand in den Handel gelangen, da diese die durchaus lukrativen Aufträge der Ketten nicht verlieren wollen. Es sind längst nicht nur Namhafte Hersteller, wie Lieken (Brot), Messmer (Tee), oder Bahlsen (Gebäck und Kuchen), welche diverse Hausmarken für die Ketten Produzieren, um ihre Kapazitäten besser auszulasten. Es gibt sogar Hersteller, welche sich ausschließlich auf die Produktion der Hausmarken spezialisiert haben und da hängen auch Arbeitsplätze dran. Das Menschen Fehler machen, oder Maschinen mal kaputt gehen ist nur natürlich. Es ist auch genauso natürlich das die Waren nicht ohne Prüfung ausgeliefert werden. Dafür gibt es in den Firmen die Qualitätssicherung, welche nicht nur für die gleichbleibende Qualität zu sorgen hat, sondern auch andere Dinge untersucht. Fällt also den Lebensmitteltechnikern im Labor eine Unregelmäßigkeit auf, kann die komplette Charge sofort gesperrt werden und die Auslieferung wird unterbunden, bzw. falls schon ein Teil ausgeliefert wurde, eine Rückrufaktion gestartet. Kommt jetzt die Frage auf, wie kann das sein, dass betroffene Chargen bereits in den Handel kamen? Der Grund ist eigentlich recht einfach. Schichtarbeit!

Meist wird auf Abruf produziert, also wenn zum Beispiel 200 Paletten Tütensuppe bestellt wurden, kann es sein das bei der Frühschicht die ersten 50-70 Paletten noch völlig in Ordnung waren und bereits auf LKW Verladen und zu den Großlagern der Handels Konzerne transportiert werden. Fällt dann auf der Spätschicht auf, dass zum Beispiel undefinierbare Plastikteilchen im Produkt zu finden sind, geht sofort eine Meldung an die Handelskette raus, dass das Produkt nicht weiter verteilt, oder verkauft werden darf. Des weiteren wird beim Hersteller versucht zu ermitteln, wann und wo in der Produktionskette die Fremde Substanz in das Produkt gelangen konnte. Meist wird die Ursache auch schnell gefunden und kann behoben werden. In der Regel wird dann die betroffene Charge vernichtet. Die Filialen der Lebensmittel Kette, bringen auch Aushänge an und veröffentlichen Mitteilungen auf ihren Internetseiten, um die Kunden zu informieren. Denke mal dem einen oder anderen dürfte so eine Meldung schon aufgefallen sein.

2011 wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine Internetseite ins Leben gerufen, auf welcher gemäß gesetzlicher Bestimmungen vor dem Verzehr von Verunreinigung betroffenen Produkten gewarnt wird.

Dies sind die häufigsten Gründe für Produkt Rückrufe;

  • Mikrobiologische Verunreinigung
  • Fremdkörper
  • Mangelhafte/Fehlerhafte Kennzeichnung für Allergiker
  • Überschreitung von Grenzwerten
  • Unzulässige Inhaltsstoffe
  • Fehlreifung/Verwechslungsgefahr
  • Andere Gründe, wie falsches/fehlendes MHD*

*MHD = Mindesthaltbarkeitsdatum in dem die Qualität und der Bedenkenlose Verzehr innerhalb dieses Zeitraum vom Hersteller garantiert wird. Auch Waren mit abgelaufenem MHD sind danach durchaus noch verzehrbar. Na ja, ein Bier mit MHD 2010 würde ich heute nicht mehr trinken wollen, da es wohl einen sehr „ungewöhnlichen“ Geschmack haben dürfte. 😉

Das MHD ist bitte nicht zu Verwechseln mit dem Verfallsdatum, wie es zum Beispiel auf Frischeprodukten aus dem Kühlregal, wie Milch, Joghurt, oder Fleisch zu finden ist. Ist ein Verfallsdatum überschritten, sollte das Produkt entsorgt werden, da beim Verzehr gesundheitliche Risiken nicht absehbar sind.

Nun mutet es natürlich an, das die Firmen aufgrund der Häufigkeit der Rückrufe eher schlampig arbeiten, doch das hängt einfach damit zusammen, dass die Firmen bei Unregelmäßigkeiten laut Experten Aussagen der Verbaucherschutz Verbände eher an die Öffentlichkeit treten, als früher. Davor gab es zwar auch immer wieder Rückrufe, doch die wurden eher im Stillen abgewickelt, ohne dass der Verbraucher viel davon mitbekam. Aber in einer Zeit in der sich immer mehr Firmen Transparent geben wollen ist das nicht mehr so und ich denke mal wenn die Qualitätssicherung uns auch vor weiteren ungebetenen Inhaltsstoffen schützt, kann man beruhigt immer wieder die Produkte seiner Wahl kaufen und genießen.

Ich persönlich habe mein Kaufverhalten schon länger angepasst. So darf das Schnitzel durchaus beim regionalen Metzger gekauft werden und die Eier und Kartoffeln hole ich auf dem Markt von einem Erzeuger aus unserer Region. Ist zwar ein wenig teurer, aber dafür weiß ich das die Qualität stimmt und das ist auch so eine Sache über die ich mal schreiben werde.

Artikelbild: CC0 Lizenz von Berns Wältz

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